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Di, 13.08.2019 10:30
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pte20190813014 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Zu viele Antibiotika bei Harnwegsinfektionen

Wissenschaftler der University of Leeds fordern Schnelltest zur Vermeidung von Resistenzen
Labor: bessere Tests bei Harnwegsinfektion nötig (Foto: pixelio.de/Martin Gapa)
Labor: bessere Tests bei Harnwegsinfektion nötig (Foto: pixelio.de/Martin Gapa)

Leeds (pte014/13.08.2019/10:30) - Ärzte benötigen laut einer Studie der University of Leeds http://leeds.ac.uk dringend einen genauen und schnellen Test für die Diagnose von Harnwegsinfektionen. Damit ließe sich die Überverschreibung von Antibiotika verringern. Ohne einen derartigen Test, argumeniert Studienleiterin Mar Pujades Rodriguez, besteht das Risiko der Verschreibung nicht notwendiger Antibiotika, die ihrerseits das Risiko von antibakteriellen Resistenzen erhöhen. Derzeit eingesetzte Teststreifen liefern keine genauen Ergebnisse und die Auswertung von Labortests und dauert zwei bis drei Tage.

Verschreibungen problematisch

Die Forscher haben fast 500.000 Erkrankungen in England analysiert, die zwischen 2011 und 2015 behandelt wurden. Die Aufzeichnungen stammten aus 390 Praxen praktischer Ärzte. Bei weniger als einem von fünf gegen eine Harnwegsinfektion behandelten Patienten wurde der Urin im Labor getestet. Diese Tests wurden bei Männern häufiger durchgeführt als bei Frauen oder bei jenen, die für eine zweite Behandlung in die Praxis zurückkehrten. Aus diesem Grund haben laut den Experten diese Tests kaum Auswirkungen auf die Verschreibung von Antibiotika.

Zusätzlich zeigte sich, dass einem von fünf Patienten, der ein zweites Mal behandelt wurden, wieder das gleiche Antibiotikum verschrieben wurde. Das entspricht nicht den gängigen Empfehlungen und kann die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz erhöhen. Der Großteil der Patienten wurde mit Antibiotika behandelt. Vier Prozent mussten erneut zum Arzt, da sich keine Besserung einstellte. Von diesen rund 17.000 Patienten erhielten nur 80 Prozent ein anderes Antibiotikum als bei der ersten Behandlung.

Resistenzen gegen Antibiotika

Besorgniserregend ist laut den Forschern, dass der Prozentsatz der männlichen Patienten, bei denen die erste Behandlung nicht geholfen hatte, im Beobachtungszeitraum um 20 Prozent angestiegen ist. 2011 waren es 5,2 Prozent. 2011 lag dieser Wert bereits bei 6,2 Prozent. Patienten, denen Antibiotika erst kürzlich verschrieben worden waren, benötigten wahrscheinlicher eine weitere Behandlung ihrer Harnwegsinfektion. Patienten, die in den vergangenen drei bis sechs Monaten Antibiotika eingenommen hatten, verfügten über ein um 37 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit.

Als Vergleich wurden Patienten herangezogen, die im vergangenen Jahr keine derartigen Medikamente eingenommen hatten. Patienten, die in den vergangenen ein bis drei Monaten Antibiotika erhalten hatte, benötigten fast zwei Mal so wahrscheinlich eine zweite Behandlung. Bei einer Einnahme innerhalb des letzten Monats war diese Wahrscheinlichkeit um mehr als das Dreifache erhöht. Laut den Forschern legen alle diese Ergebnisse nahe, dass die Resistenz gegen Antibiotika Ursache für den Misserfolg der Behandlung war. Die Forschungsergebnisse wurden in "EClinicalMedicine" veröffentlicht.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
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