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Mo, 17.02.2020 12:30
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pte20200217013 Umwelt/Energie, Forschung/Entwicklung

Holz ersetzt Erdöl künftig als Chemierohstoff

Fabrik, die Tinte aus Holz herstellen würde, könnte in wenigen Jahren profitabel arbeiten
Laboranordnung: Holzreaktor, Ligninöl und Zellstoffpellets (Foto: kuleuven.be)
Laboranordnung: Holzreaktor, Ligninöl und Zellstoffpellets (Foto: kuleuven.be)

Löwen (pte013/17.02.2020/12:30) - Forscher der Katholischen Universität Löwen http://kuleuven.be/english ersetzen Erdöl als Chemierohstoff mit Holz. Zunächst wird das Birkenholz in Chips zerteilt. Diese vermischen die Wissenschaftler in einem Reaktor unter einem bestimmten Überdruck mit Wasserstoff und Methanol. Als Katalysator kommt ein Material auf der Basis von Ruthenium zum Einsatz. Damit wird Zellulose von Lignin, dem biologischen Kleber, der die Fasern stabilisiert und feste Baumstämme ermöglicht, getrennt.

Lignin in Phenol umgewandelt

Die Zellulose nutzt das Team um Bert Sels zur Herstellung von Ethanol. Zudem entsteht Lignin - ein Material, das auch bei der Papierherstellung anfällt. Im Normalfall wird es einfach verbrannt. "Das ist ganz traurig, weil es, wie Erdöl, viele qualifizierte Anwendungen ermöglicht, wenn man daraus die richtigen chemischen Bausteine extrahiert", so Sels.

Mithilfe eines Katalysators verwandeln die belgischen Forscher das Lignin in Phenol, ein Ausgangsprodukt für die Kunststoffherstellung, dazu das brennbare Gas Propylen sowie einen Grundstoff für Druckertinte und andere Druckfarben. Gemeinsam mit dem japanisch-belgischen Tintenhersteller Toyo Ink loten die Forscher die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens aus. Eine Fabrik, die Tinte aus Holz herstellt, könnte damit in wenigen Jahren profitabel arbeiten.

Holzabfall und Grünschnitt nutzbar

In Europa wächst laut Sels mehr Wald nach, als geerntet wird - vor allem, weil die Papierindustrie schrumpfe. Für das Verfahren seien auch Holzabfälle aus der Industrie und Grünschnitt nutzbar, wie er an Autobahnen und Bahnstrecken anfällt. Der Umstieg auf Holz entlastet laut Sels die Umwelt, weil daraus gefertigte Produkte CO2 speichern, also dauerhaft aus der Atmosphäre fernhalten. Selbst wenn sie am Ende des Lebenszyklus' verbrannt werden, emittieren sie nur so viel Klimagas, wie sie zuvor aus der Luft entfernt haben.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
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